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Leitfaden

Bankenspiegel: Konten, Salden und Linien im Überblick

Wer bei mehreren Banken finanziert, kennt das Problem: Der echte Kontostand der Gruppe steht in keinem einzelnen Online-Banking. Der Bankenspiegel führt alle Konten, Salden und Kreditlinien zusammen — und ist damit die Grundlage jeder belastbaren Liquiditätssicht.

Dieser Leitfaden zeigt, was in einen Bankenspiegel gehört, wie Sie ihn in Excel aufbauen und warum er im Bankgespräch das erste Dokument ist, nach dem gefragt wird.

Was ist ein Bankenspiegel?

Ein Bankenspiegel ist die konsolidierte Übersicht aller Bankverbindungen: je Konto der aktuelle Saldo, die eingeräumte Linie und die freie Verfügung. Aus der Summe ergibt sich die verfügbare Liquidität der Gruppe — die Zahl, mit der jede 13-Wochen-Planung beginnt.

Was gehört hinein?

Pro Konto mindestens: Bank, Kontoart, aktueller Saldo, Kreditlinie und die daraus freie Verfügung. Kontokorrent- und Darlehenskonten werden getrennt geführt, weil nur der Kontokorrent kurzfristig atmet.

KontoSaldo (€)Linie (€)Frei (€)
Hausbank KK-320.000800.000480.000
Sparkasse KK210.000300.000510.000
Förderdarlehen-1.100.000
Verfügbar (KK)-110.0001.100.000990.000

Die entscheidende Spalte ist Frei: Nicht der Saldo zählt für die Handlungsfähigkeit, sondern die freie Verfügung über alle Kontokorrentlinien zusammen. (Alle Zahlen sind generische Beispielwerte.)

Die Spalten im Detail — so bauen Sie die Vorlage auf

Für den Alltag reicht die Kurzform oben. Ein Bankenspiegel, der auch das Bankgespräch trägt, führt je Konto einige Spalten mehr:

  • Institut und Kontoart — Kontokorrent, Darlehen, Festgeld, Avalrahmen; getrennt ausgewiesen.
  • Saldo zum Stichtag — mit ausgewiesenem Stichtag, damit alle Zahlen denselben Stand haben.
  • Eingeräumte Linie und freie Verfügung — die beiden Spalten, aus denen die Handlungsfähigkeit folgt.
  • Konditionen — Sollzins der Linie, bei Darlehen Zins und Restlaufzeit. Wichtig für die Frage, welche Linie zuerst gezogen wird.
  • Sicherheiten — was je Engagement gestellt ist (Grundschulden, Globalzession, Bürgschaften). Banken führen dazu einen eigenen Sicherheitenspiegel; wer die eigene Aufstellung parat hat, verhandelt informiert.
  • Prolongations- und Zinsbindungstermine — damit auslaufende Linien nicht überraschen, sondern Monate vorher im Kalender stehen.

In Excel ist das eine Tabelle mit einer Zeile pro Konto und einer Summenzeile je Institut. Der Aufwand steckt nicht im Aufbau, sondern in der Pflege: Salden ändern sich täglich, und ein Bankenspiegel mit veraltetem Stichtag ist im Gespräch wertlos.

Avale und Bürgschaften gehören dazu

Ein häufig vergessener Block: die Avale. Ein Avalkredit bewegt keine Zahlungsmittel, bindet aber Ihren Rahmen bei der Bank und zählt zum Gesamtengagement — die Bank sieht ihn immer, also sollte Ihre eigene Übersicht ihn auch zeigen. In den Bankenspiegel gehören deshalb je Institut der eingeräumte Avalrahmen und die aktuelle Ausnutzung; die Aufstellung der einzelnen Bürgschaften mit Laufzeiten und Begünstigten führt die Avalübersicht.

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Warum der Bankenspiegel die Basis ist

Ohne konsolidierten Startbestand ist jede Liquiditätsplanung nur eine Schätzung. Der Bankenspiegel liefert den Anfangsbestand für Woche 1 der 13-Wochen-Planung — und macht sichtbar, ob Reserven in ungenutzten Linien stecken oder ob eine Linie fast ausgeschöpft ist. Beides beeinflusst die Verhandlung mit der Bank direkt.

Im Bankgespräch: das Dokument, nach dem gefragt wird

Banken denken in Gesamtengagements: Alle Linien, Darlehen, Avale und Sicherheiten eines Kunden werden zusammen betrachtet. Ein aktueller Bankenspiegel zeigt, dass Sie dieselbe Sicht haben — und beantwortet die Standardfragen des Gesprächs, bevor sie gestellt werden: Wie ist die Gesamtverschuldung verteilt? Wie viel Linie ist frei? Welche Sicherheiten sind wo gebunden?

Zusammen mit der 13-Wochen-Vorschau und dem Finanzstatus bildet er das Zahlenpaket für ein gut vorbereitetes Bankgespräch; ob der Kapitaldienst aus dem Cashflow getragen werden kann, beantwortet die Kapitaldienstfähigkeit. Wer diese Unterlagen unaufgefordert und aktuell vorlegt, verschiebt das Gespräch von der Auskunft zur Verhandlung.

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Häufige Fragen

Wie oft aktualisiere ich den Bankenspiegel?
Für die wöchentliche Liquiditätsplanung mindestens einmal pro Woche, idealerweise zum selben Stichtag wie die Planung. Salden ändern sich täglich; Linien selten.
Kontokorrent oder Darlehen — was zählt für die Liquidität?
Kurzfristig nur der Kontokorrent, denn dessen freie Linie steht sofort zur Verfügung. Darlehen sind gebunden und gehören in die mittelfristige Sicht, nicht in die 13-Wochen-Planung.
Gehören Avale und Bürgschaften in den Bankenspiegel?
Ja — als eigener Block. Avalrahmen und Ausnutzung binden das Engagement bei der Bank, auch wenn sie keine Zahlungsmittel bewegen. Ein vollständiger Bankenspiegel zeigt deshalb neben Konten und Linien auch das Aval-Obligo je Institut.
Wie behandle ich mehrere Gesellschaften?
Je Gesellschaft ein Bankenspiegel, plus eine konsolidierte Gruppensicht. Wichtig ist, Intercompany-Konten sauber herauszurechnen, damit die Gruppe nicht doppelt zählt.