Bürgschaften und Avale tauchen selten in der Liquiditätsplanung auf — und genau das macht sie gefährlich. Sie binden keine Zahlungsmittel, bis sie gezogen werden, belasten aber Ihre Avallinie und im Ernstfall Ihre Liquidität. Ein sauberer Avalspiegel zeigt Art, Höhe, Restlaufzeit und Gesamtobligo auf einen Blick.
Was ist ein Avalspiegel?
Ein Avalspiegel ist die strukturierte Übersicht aller Bürgschaften und Avale eines Unternehmens — mit Begünstigtem, Avalart, Betrag, Laufzeit und ausstellender Bank. Er beantwortet die zwei Fragen, die im Bankgespräch immer kommen: Wie hoch ist Ihr Gesamtobligo, und wie viel freie Avallinie bleibt?
Welche Avalarten gibt es?
Im Mittelstand dominieren wenige Typen — jeder mit eigener Logik und eigenem Risiko:
Anzahlungs-, Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsbürgschaften sichern Bau- und Projektgeschäft ab und laufen oft über Jahre. Mietavale ersetzen die Barkaution. Zoll- und Prozessbürgschaften sind seltener, aber betragsstark. Für die Übersicht zählt: gleiche Struktur, damit sich Beträge und Fristen vergleichen lassen.
Gesamtobligo & Linienauslastung
Das Gesamtobligo ist die Summe aller offenen Avale. Gegen die von der Bank eingeräumte Avallinie ergibt sich die Auslastung — die Kennzahl, die entscheidet, ob der nächste Auftrag noch abgesichert werden kann.
| Avalart | Obligo (€) | Anteil |
|---|---|---|
| Vertragserfüllung | 720.000 | 48% |
| Gewährleistung | 540.000 | 36% |
| Anzahlung | 240.000 | 16% |
| Gesamtobligo | 1.500.000 | von 2,0 Mio Linie |
Genauso wichtig wie die Höhe ist die Restlaufzeit: Abgelaufene Gewährleistungsavale, die nie zurückgegeben wurden, blockieren unnötig Linie. Eine Fristen-Warnung vor Ablauf gehört deshalb in jeden ernsthaften Avalspiegel.
LiquidityLens führt Bürgschaften nach Art, Gesamtobligo und Frist — im selben Finanzstatus wie Banken, Forderungen und 13-Wochen-Vorschau.
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